Meditation mit Hortensie

Was für ein bemerkenswerter Tag.

Heute war eine junge Japanerin zu Besuch (so las sich jedenfalls der Name auf dem Corona-Meldezettel) und hat zwei Stunden meditiert. Überall. Sie streichelte den Bezug des Sofas an Tisch 6, auf dem sie saß, sie betrachtete tief versunken ihre Umgebung und beugte sich über jede Sammeltasse, die oben im Saal ausgestellt war, sie saß bestimmt 15 Minuten im Lesungsraum und lauschte der klassischen Musik, die dort an Wochenenden läuft, und irgendwann stand sie auf der Terrasse und streichelte die Blüten der Hortensie, ohne auf die anderen Gäste zu achten. Ich schnitt ihr dann eine besonders große Dolde ab und stellte sie ihr in einer Apothekenflasche auf den Tisch. Die Freude in ihrem Gesicht!

Als sie ging, war ich selbst tiefenentspannt. Hans hat ihr zum Abschied die Hortensiendolde mitgegeben, und als ich eine Weile später aus dem Fenster blickte, stand sie immer noch da und betrachtete die Fassade.

So ein schöner Tag!