Tag 56

GästeinformationHeute eineinhalb Stunden beim Orthopäden verbracht, ohne den Mundschutz abzunehmen. Es ist schon sehr ermüdend, man merkt, wie die Sauerstoffzufuhr nachlässt. Ein Röntgenbild, zum Glück keine Arthrose; meine Tamper-Theorie erscheint dem Arzt plausibel. Das sind natürlich wenig ermutigende Nachrichten, denn wie soll ich diese Belastung abstellen? Er empfiehlt Krankengymnastik und einige Übungen zur Stärkung der Muskulatur. Es wird Zeit, dass ich wieder schmutziges Geschirr abräume, und zwar in größtmöglichen Stapeln.

Wir haben einen Aushang entworfen, den wir im Eingangsbereich und zur Sicherheit auch noch an einigen anderen Stellen im Café anbringen werden, damit unsere Gäste möglichst gut informiert ihren Aufenthalt bei uns genießen können. Außerdem die nächste Veranstaltung abgesagt, die für den 11. Juni geplant war; das ist mir jetzt einfach zu kurzfristig, und der Künstler zeigt auch Verständnis dafür. Ihm wäre es ja auch nicht recht, wenn da ein weitverteiltes Häufchen an Zuhörern mit Mundschutz vor ihm sitzt.

Später am Abend

Ich lese mir die Ratschläge seitens des DEHOGA durch, Checklisten, Aushänge, Vorschriften – ich bin ganz unten. Ich habe keine Ahnung, wie wir damit umgehen sollen. Aber wir sind nicht die einzigen, die sich darauf einstellen müssen, das sage ich mir immer wieder. Ich werde mich das Wochenende über damit befassen, jedes Detail noch einmal durchdenken, was ist für uns wichtig und was können wir ignorieren? Und dann ziehe ich mich eben wieder hoch.

„You might need somethin‘ to hold on to“ – Bruce Springsteen, „Human Touch“