Tag 4

Nach einem komplett isolierten Wochenende, das wir ausschließlich zuhause verbracht haben, heute mal wieder nach draußen. In Steinau nach dem Rechten gesehen, den Anrufbeantworter neu besprochen und per Zufall auf die Backfee gestoßen, die uns vermummt und mit Mundschutz entgegenkam. Ihre Tochter ist in Quarantäne, und ihrer Mutter geht’s gar nicht gut. Hochrisikokandidatin. Wir haben uns gegenseitig durchs Autofenster Mut zugesprochen und gingen jeder seiner Wege.

Danach zum Einkaufen im Supermarkt, und was soll ich sagen:

  • Der Laden nur spärlich besucht; wahrscheinlich haben die meisten ihre Hamsterkäufe letzte Woche erledigt, als wir noch von unseren Vorräten lebten, und:
  • Es wird tatsächlich en gros Klopapier gekauft. All die Memes der letzten Tage, die blöden Witze, die Maßregelungen, ich dachte, übertreiben die nicht ein bisschen, aber nein: die Leute tun es wirklich. Man mochte seinen Augen nicht trauen. Drei, vier Pakete im Einkaufswagen.

Wir haben dann unser eines Paket, das wir tatsächlich brauchten, fast verschämt ebenfalls verstaut und ansonsten das geholt, was wir immer holen.

Anschließend im Baumarkt vorbei, der zum Glück noch offen hatte, es ging ja die Überlegung, solche Geschäfte nur noch für Handwerker zu öffnen. Aber es ist Pflanzzeit, und irgendeine Beschäftigung muss man den Menschen doch lassen, und sei es nur, den Garten auf den Frühling vorzubereiten oder mal neu zu tapezieren. Wir haben uns nämlich überlegt, es wäre ganz schön, die Fassade des Cafés mit Blumenkästen aufzuhübschen und damit auch für mehr Aufmerksamkeit zu sorgen. Jetzt haben wir neun Blumenkästen mit Aufhängevorrichtung besorgt, Erde und Pflanzmaterial folgt.

„Yesterday I went shopping buddy down to the mall
Looking for something pretty I could hang on my wall“
Bruce Springsteen, „You can look (but you better not touch)“