Tag 0

Am Donnerstag, 19. März haben wir das Schild rausgehängt, „bis auf weiteres geschlossen“. Ein sehr emotionaler Moment. Mitten in unseren seit Monaten geplanten Betriebsferien begannen die Ereignisse sich zu überschlagen; am Montag haben wir noch überlegt, ob wir eine Woche dranhängen, am Dienstag hieß es dann schon, Restaurants und Kneipen müssten ihre Öffnungszeiten begrenzen, am Mittwoch war absehbar, dass wir nicht mehr lange eine Wahl haben würden.

Was bedeutet das für uns? Im Moment noch nicht viel, außer dass wir eben nicht öffnen. Das Kühlhaus haben wir schon direkt zu Urlaubsbeginn abgeschaltet; weil die Backfee sehr effizient alles weggebacken hatte, war auch kaum noch Verderbliches drin, das meiste haben wir eingefroren.

Weil der Frühling ins Haus steht, konnten wir auch die Heizung abstellen; jetzt wird es zwar doch langsam ziemlich kalt im Café, aber wir haben ja auch kaum noch etwas zu tun dort. Ab und zu sehen wir nach dem Rechten, stellen die Mülltonne raus, die laut Plan als nächstes abgeholt wird, holen sie am nächsten Tag wieder rein – solche Dinge.

Bereit für GroßputzDie Woche zuvor hatte ich noch keinen Gedanken daran verschwendet, dass unser Urlaub möglicherweise länger dauert als die geplanten vierzehn Tage und voller Übermut die Fenster geputzt. Das schadet ja auch nicht, aber nun sieht es leider auch keiner.

Die Gartenmöbel wollten wir zum Ende des Urlaubs rausstellen. Auch hinfällig.

Trotzdem geht es uns vergleichsweise gut, und wenn die Maßnahmen helfen, diese Epidemie in Schach zu halten, fassen wir uns in Geduld. Zu tun gibt es immer etwas, und mit diesem Tagebuch kann ich vielleicht in einigen Monaten auf die Zeit zurückblicken und mir verdeutlichen, ob und wie die Stimmung sich verändert hat.

„Some day we’ll look back on this and it will all seem funny.“ – Bruce Springsteen, „Rosalita“