Loriot

 

Ein Foto vom Tag unserer Eröffnung veranlasste einen Freund dazu, eine Parallele zu ziehen:

Loriot, der große Chronist der alten Bundesrepublik. Und die unvergleichliche Evelyn Hamann, der perfekte Sidekick, was für Erinnerungen werden da wach. Eines dieser Talente, wo man nur ein paar Worte zu sagen braucht, und unter Eingeweihten entspinnen sich endlose Dialoge, die von einem Sketch zum anderen führen. Zuviel der Ehre, lieber Detlev, aber geschmeichelt hat es uns doch. 🙂

„Ich lasse mir doch von einem kaputten Fernseher nicht sagen, wo ich hinzuschauen habe!“

“Da unten liegt Kassel!“ – „Ach was.“

“Mein Name ist – na! – Erwin. Mein Name ist Erwin.“

„Wenn ich jetzt noch einmal Birne Helene höre, werfe ich mich hier auf den Boden und beiße in die Auslegeware.“

Der Kosakenzipfel, die Nudel – „bitte sagen Sie jetzt nichts, Fräulein Hildegard“ – das Klavier, der Staubsaugervertreter – muss man noch mehr sagen? Große Kunst.

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Quelle: Diogenes Verlag

Vor einigen Jahren wurde posthum Loriots Gästebuch veröffentlicht. Ich war so begeistert davon, dass ich mir ein Exemplar gekauft habe und die Idee ins Literaturcafé kopieren wollte. Loriot hatte nämlich einen Vorhang an eine Wand in seiner Diele drapiert und eine hölzerne Säule davorgestellt. Jeder, der zu Besuch kam, musste dort improvisieren und wurde fotografiert. Unglaubliche Fotos sind dabei entstanden. Das Buch liegt bei uns aus, gerne danach fragen und ein bisschen schmökern!

Bislang ist unser Gästebuch eher konventioneller Natur, aber ein Foto wird in der Regel trotzdem gemacht, nämlich am Schreibtisch im Lesungsraum. Da dort seit neuestem ein Spiegel in Gestalt eines der alten Fensterflügel hängt, lässt sich die Idee von Loriot künftig vielleicht doch noch integrieren.