Der Ausschank

Ein kleiner Appendix zum früheren Apothekenverkaufsraum, von uns vollmundig Ausschank getauft, bietet Raum für alle Einrichtungen, die man als Servicekraft so braucht, um die Gasträume zu bewirtschaften. Eine Kühltheke für Kaltgetränke, ein Buffet, das sämtliches Geschirr und noch viel mehr beherbergt, eine geräumige Fläche für Spüle und Kaffeemaschine – alles findet hier Platz, auch das Tortendisplay und, ganz wichtig, die Registrierkasse.

Und wie sah es hier früher aus. Der Dielenboden vollständig beklebt mit Linoleumboden, wie fast überall im Erdgeschoss die babyblau gestrichene Rauhfasertapete, Kabelschellen geschraubt und genagelt im Abstand von fünf Zentimetern, dicke Bretter, die als Fußbodenleisten an die Wände genagelt waren. Was haben wir uns hier abgeplagt, um endlich etwas freizulegen, was wir guten Gewissens wieder aufbauen konnten, mithilfe der bereits genannten Zauberer für Lehmputz, Lehmfarbe und Schreinerarbeiten.

Wochenlang saß ich mit der Spachtel und Brennspiritus, um den verklebten Fußboden abzulösen, bis endlich die Schreiner mit dem Schleifgerät kamen. Ich hätte nicht geglaubt, dass das einmal so schön werden könnte.

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Dies ist auch der einzige Raum, in dem die Fenster unberührt blieben, denn hier gab es bereits die herkömmliche Art dessen, was man heute als Doppelverglasung bezeichnet. Weil die freundliche Beklebung mit Fensterbildchen nicht abgeht, bleibt sie eben dran.

Was ich auf den Bildern extra ausgelassen habe, sind die oben genannten Servicedetails, wie unsere Siebträgerkaffeemaschine, ein hübsches kleines Regal aus der Epoche des Historismus, das jetzt unser Teesortiment ausstellt, und andere Kleinigkeiten, denn so ein bisschen neugierig sollen unsere künftigen Besucher doch noch bleiben.