William Shakespeare

Neulich habe ich ein putziges Geschenk bekommen. Eine wunderbare Ergänzung zu meiner Shakespeare-Sammlung, die bislang aus den Dramen in deutscher Übersetzung von Rudolf Schaller bestand sowie einer englischen Gesamtausgabe, die ich irgendwann mal günstig erstanden habe ohne jemals, das muss ich zu meiner Schande gestehen, ernsthaft hineingeschaut zu haben. Aber es macht sich halt gut im Bücherschrank.

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Gesamtausgaben von Shakespeares Werken – in ganz klein und in ganz groß

Jetzt gibt es noch eine Miniaturausgabe in englischer Sprache, die zwar ebenfalls alle Dramen enthält, aber – nur in Form einer extremen Verkürzung und Inhaltswiedergabe. Dazu die wichtigsten Figuren und ein Schlüsselvers aus dem jeweiligen Drama.

Dennoch ein wunderbarer kleiner Führer, der Lust darauf macht, die Dramen auch wirklich zu lesen. Und was fällt mir dazu nicht alles ein. Heinrich IV., eine Aufführung vor bestimmt dreißig Jahren, bei der mir vor allem der attraktive Darsteller des Hotspur in Erinnerung geblieben ist, wie er in der Wirtschaft über Tische und Bänke sprang, voller Begeisterung seine Ideen herausrufend. Der dicke Falstaff aus derselben Inszenierung, der mir vor allem unheimlich und verschlagen vorkam. Ein Abend in Frankfurt an einer Freilichtbühne mit einem fantastischen Ensemble von Laiendarstellern, die versucht haben, die Atmosphäre von Shakespeares Zeit zu simulieren, indem sie das Publikum in jeder Szene direkt ansprachen und mit einbezogen.

Dann das Frankfurter Schauspielhaus, das die U-Bahn-Station Willy-Brandt-Platz gestaltet hat:

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Und natürlich vor zwei Jahren unsere kleine Urlaubswoche in England, die uns von Coventry über Stratford-upon-Avon in die Cotswolds geführt hat, und in Stratford natürlich auch in die einschlägigen Häuser: Shakespeares Geburtshaus, das Cottage von seiner Frau Anne Hathaway mit dem herrlichen Garten und viele andere Gedenkstätten.

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im Garten von Anne Hathaways Cottage

Ein bisschen ist Stratford wie Rothenburg ob der Tauber, Heidelberg oder Rüdesheim mit seiner Drosselgasse. Alles, aber auch alles ist auf Shakespeare ausgerichtet. Und dabei weiß man immer noch nicht, ob dieser William Shakespeare wirklich der Dramendichter war. Das ist aber beim Besuch der Gedenkstätten völlig gleichgültig, denn man wird so oder so in die Zeit zurückversetzt, in der Schauspiel noch eine rein männliche Angelegenheit war, die Darsteller Gauklern gleich durch die Lande zogen und Cottages vermutlich alles andere als pittoresk waren.

Für mich war es einer der Meilensteine meiner Reisen, die mich immer wieder auf die Spuren berühmter Dichter, Maler und anderer Künstler führen, die ich bewundere. In meiner „Geist“-Rubrik werde ich immer mal wieder solche Reisen vorstellen, und ich würde mich freuen, die eine oder andere Anregung geben zu können.

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Geburtshaus von William Shakespeare in Stratford-upon-Avon